Mitglieder von vorwärts

FÜR EINE ALTERNATIVE ZUM KATASTROPHEN-KAPITALISMUS

Wir leben in einem globalen Katastrophen-Kapitalismus. Kriege und Genozide gehen Hand in Hand mit Aufrüstung und imperialer Machtpolitik. Während Regierungen Milliarden für Militär ausgeben, werden Gesundheit, Bildung und soziale Infrastruktur kaputtgespart. Reaktionäre und autoritäre Kräfte werden stärker – und das politische Establishment passt sich an oder treibt den Rechtsruck selbst voran. Gleichzeitig schreitet die Klimakatastrophe voran, während eine kleine Elite weiter Milliardenprofite aus der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen zieht. Das ist kein Naturgesetz. Diese Verhältnisse sind von Menschen gemacht – und sie können von Menschen verändert werden. Und trotz des täglichen Horrors gibt es Widerstand und Hoffnung. Weltweit wehren sich Menschen gegen Ausbeutung, Unterdrückung, Krieg und Gewalt. Vom ungebrochenen Freiheitswillen palästinensischer Jugendlicher, kurdischer Frauen und der „Frau, Leben, Freiheit“-Generation im Iran, über Menschen in den USA, die sich gegen Abschiebungen und staatliche Gewalt organisieren – bis nach Österreich: Hier entstehen neue Ansätze betrieblicher Organisierung, besonders im Gesundheits-, Pflege-, Sozial- und Bildungsbereich. Neue Generationen stellen Streik-Tabus infrage und verbinden Kämpfe um Arbeitsbedingungen mit Kämpfen gegen Rassismus und Sexismus. Auch die Wahlerfolge der KPÖ geben Mut: Sie zeigen, dass immer mehr Menschen nach linken Alternativen suchen. All diese Ansätze existieren. Aber sie sind noch fragmentiert und sammeln erste Erfahrungen - während ihnen massiver Gegenwind von Oben und von Rechts entgegenweht. Genau deshalb braucht es eine Organisation, die diese Kämpfe verbindet, stärkt und eine Perspektive über das System hinaus entwickelt.

WO WIR HERKOMMEN UND WOFÜR WIR STEHEN

vorwärts ist eine revolutionär-marxistische Organisation. Wir sind überzeugt: Der Kapitalismus muss überwunden werden, wenn die Menschheit eine Zukunft haben soll. Dieses System kann nur von denen abgeschafft werden, die es täglich am Laufen halten – und gleichzeitig unter ihm leiden: von der internationalen Arbeiter:innenklasse in all ihrer Vielfalt. Wir alle tragen diese Gesellschaft durch unsere Arbeit – in Fabriken, Büros, Spitälern, Schulen oder im Haushalt. Und wir können diese Arbeit auch anders organisieren: so, dass sie nicht einer kleinen Elite zugute kommt, sondern den Bedürfnissen von Menschen und Umwelt. Eine solche Gesellschaft nennen wir sozialistisch: eine Gesellschaft, in der Produktion und Zusammenleben demokratisch geplant und an Bedürfnissen orientiert sind. Als revolutionäre Marxist:innen stehen wir in einer langen Tradition von Kämpfen gegen Kapitalismus, Faschismus und Stalinismus. Diese Tradition verstehen wir aber nicht als fertige „Wahrheit“. Wir wollen offen diskutieren, aus Erfahrungen lernen und Theorie und Praxis gemeinsam weiterentwickeln.

KAMPF GEGEN JEDE AUSBEUTUNG UND UNTERDRÜCKUNG

Den Katastrophen-Kapitalismus und seine Ausbeutung von Mensch und Natur können wir nur gemeinsam von unten stürzen. Doch unterdrückerische Ideologien wie Rassismus, Sexismus und Queerfeindlichkeit verhindern einen solchen gemeinsamen Kampf. Das nutzt den Herrschenden - doch Alltagsrassismus, sexistische Gewalt usw. durchziehen die gesamte Gesellschaft und es ist unsere Aufgabe, überall dagegen aufzustehen. Aus der Vergangenheit unserer Vorgängerorganisationen (SLP, ISA) nehmen wir viel Positives mit: unsere Tradition konsequenter und kämpferischer Betriebsratsarbeit, unsere Erfolge im Kampf gegen Abschiebungen sowie gegen Abtreibungsgegner:innen und vieles mehr. Gleichzeitig haben wir aus ihren Krisen wichtige Lehren gezogen: Eine revolutionäre Organisation braucht andauernde und tiefergehende theoretische Auseinandersetzung, um aktuelle Entwicklungen verstehen zu können - das Recycling von alten Formeln reicht nicht. Sie braucht eine klare politische Perspektive und strategische Orientierung - denn sonst führt Aktivismus schnell zur Erschöpfung, ohne nachhaltige Ergebnisse. Sie braucht eine wirklich sozialistisch-feministische Praxis innerhalb ihrer Strukturen – statt problematisches Verhalten zu verdrängen oder sich gegen Kritik abzuschotten. Und sie benötigt eine Kultur von Vertrauen, demokratischer Diskussion und echter Beteiligung – statt Loyalitätsdruck und oberflächliche „politische Reinheit“. Diese Lehren prägen, wie wir vorwärts heute aufbauen. Nicht jene, die Forderungen nach gleichen Rechten aufstellen, “spalten” - sondern jene, die diese Forderungen als “Kulturkampf” abschreiben. Klassenkampf bedeutet nicht, sich auf “wirtschaftliche Themen” zu beschränken. Klassenkampf bedeutet, Kämpfe gegen ökonomische Ausbeutung und Kämpfe gegen politische Unterdrückung und alltägliche Diskriminierung als gemeinsamen Kampf zu verstehen. Gerade in Österreich sind Rassismus und Sexismus zentrale Hindernisse für Organisierung. Gleichzeitig sind viele der kämpferischsten Bereiche jene, die von Frauen, Migrant:innen und queeren Menschen geprägt sind. Deswegen muss jeder Kampf, in dem sich die Klasse oder ihre Teile selbst ermächtigen, auch politisch gegen jede Form von Unterdrückung stellen.

REVOLUTIONÄRE POLITIK MUSS PRAKTISCH SEIN

Eine revolutionäre Organisation darf keine reine Propagandagruppe sein. Schöne Worte im Internet und große Transparente auf Demos sind gut – aber entscheidend ist, konkrete Kämpfe voranzubringen und Strukturen aufzubauen, die Menschen selbst ermächtigen. Deshalb arbeiten vorwärts-Aktivist:innen z.B. in verschiedenen betrieblichen Basisinitiativen wie „Sozial, aber nicht blöd!“ und bauen diese mit auf. Zugleich unterstützen wir jeden Schritt zu einer breiteren Neuformierung der Linken und arbeiten z.B. mit Aktivist:innen der KPÖ an gemeinsamen Kampagnen zusammen. Dabei bleiben wir politisch unabhängig. Wir kritisieren etwa, dass eine zu starke Fixierung auf Wahlen dazu führt, sich den Zwängen des Systems anzupassen. Für uns entsteht Veränderung nicht in Parlamenten, sondern auf der Straße, in Betrieben, Nachbarschaften und Bildungseinrichtungen.

DEMOKRATIE UND SOLIDARISCHE ORGANISATIONSKULTUR

Eine revolutionäre Organisation muss demokratisch sein – und für alle funktionieren. Offene Debatten, echte Beteiligung und klare politische Orientierung sind die Grundlage kollektiven Handelns. Wir wollen uns weder in die Diskussionskammer zurückziehen, noch ins aktivistische Burnout rennen. Politische Arbeit soll sinnerfüllt und mit unterschiedlichen Lebensrealitäten vereinbar sein. Unser Ziel ist eine solidarische und politische Organisationskultur – nicht blinde Disziplin. In diesem Zusammenhang sind Sozialistischer Feminismus und Safeguarding gegenüber unterdrückerischem und übergriffigem Verhalten wichtige Voraussetzungen dafür, dass sich jene organisieren können, die für gesellschaftliche Veränderung entscheidend sind.

WIR HABEN VIEL VOR - UND DAS GEHT NUR GEMEINSAM!

Wir wollen eine neue, dynamische und demokratische revolutionär-sozialistische Organisation aufbauen und uns international vernetzen. Wir wollen Diskussionen und Veranstaltungen mit Aktivist:innen aus aktuellen Kämpfen organisieren und Räume schaffen, in denen Erfahrungen zusammengeführt und Strategien entwickelt werden. Wir wollen substantielle programmatische, theoretische und historische Texte erarbeiten und veröffentlichen – als Beitrag zu einer notwendigen Klärung sozialistischer Perspektiven im 21. Jahrhundert. Wir wollen vorwärts zu einem multimedialen Organ für soziale Kämpfe ausbauen: mit Berichten aus erster Hand, Analysen, Debatten und Interventionen. Wir wollen konkrete Basisorganisierung voranbringen – in Betrieben, in Stadtteilen, in Schulen und Unis. Und wir wollen all das so tun, dass Menschen mit unterschiedlichen Lebensrealitäten sich beteiligen und ihre Erfahrungen einbringen können.

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